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Bekleidung

Merinowolle

 

Warum kratzt Merinowolle nicht?

Die Merinofaser besitzt eine durchschnittliche Faserstärke von lediglich 16,5 bis 24 Mikron (=Mikrometer, das heißt ein tausendstel Millimeter), wohingegen „normale“ Schafwolle für gewöhnlich doppelt so dick sein kann. Zum Vergleich: Menschliches Haar hat einen Durchmesser von um die 30 Mikron. Kommen grobe Fasern mit der Haut in Kontakt, krümmen sie sich nicht, wodurch die Haarfollikel gereizt werden. Merinofasern sind jedoch so fein, dass ihre Berührung nicht als unangenehm empfunden wird. Denn die menschliche Empfindlichkeitsschwelle liegt bei etwa 25 Mikron. Das erklärt, warum herkömmliche Wolle kratzt, während sich Merinowolle angenehm weich auf der Haut anfühlt.

 

Warum wärmt Merinowolle, wenn es kalt ist?

Wolltextilien sind bekannt für ihre guten Isolationseigenschaften. Dies trifft natürlich auch auf Merinowolle zu. Merinofasern sind stark gekräuselt und haben eine wellenartige Struktur. Bis zu vierzig Kräuselungen pro Zentimeter sind möglich. Dadurch liegen die Fasern sehr locker aufeinander und es entstehen Luftkammern, die die Körperwärme einschließen und zurückhalten. Durch die Kräuselung gibt es zudem weniger Kontaktpunkte zwischen Material und Haut, was dazu führt, dass weniger Wärme abgeleitet wird. Denn Luft leitet Wärme nur sehr schlecht, das Textilmaterial dagegen schon. Die eingesperrte Luft zwischen den Fasern verringert also den Wärmeaustausch im Material, speichert Körperwärme und wirkt somit isolierend nach außen – ob nun gegen Winterkälte oder Sommerhitze.

Warum kühlt Merinokleidung bei warmen Temperaturen?

Funktionswäsche aus Merinowolle eignet sich vor allem für Aktivitäten, bei denen sich schweißtreibende Bewegungsphasen mit Ruhephasen abwechseln. Die Wolle saugt Feuchtigkeit auf und sorgt dafür, dass man nicht auskühlt, wenn man nicht mehr in Bewegung ist.

 
Wolle reguliert den Feuchtigkeitshaushalt und damit die Körpertemperatur. Die Fasern sind hygroskopisch, das heißt sie können Feuchtigkeit (in Form von Wasserdampf) binden. So leiten Wollfasern vom Körper produzierte Feuchtigkeit von der Haut weg, indem sie sie absorbieren und nach außen abgeben. Die Feuchtigkeit wird dabei zwischenzeitlich in der Faser bzw. zwischen den Fasern eingelagert. Die Faseroberfläche bleibt jedoch trocken. So kann Wolle große Mengen an Feuchtigkeit aufnehmen (bis zu einem Drittel ihres eigenen Trockengewichts), ohne dass sich das Material klamm anfühlt. Warme Umgebungsluft führt im nächsten Schritt dazu, dass das Material schneller wieder trocknet. Dabei entsteht kühlende Verdunstungskälte, die das Tragen von Merinokleidung im Sommer sehr angenehm macht.
Zusätzlich wirken die oben beschriebenen Luftkammern zwischen den Fasern auch bei warmen Temperaturen isolierend gegen die Wärme von außen.
Wieso wärmt Wolle auch im feuchten Zustand?
Die Eigenschaft der Wolle, rund ein Drittel ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen zu können ohne sich feucht anzufühlen, erweist sich auch bei kalten Temperaturen als positiv. Während der Wasserdampf im Faserinneren absorbiert wird, stößt die Faseroberfläche Wasser (zum Beispiel Regentropfen) ab. Das Material bleibt trocken, was eine wichtige Voraussetzung für ein wärmendes Körpergefühl ist. Außerdem erzeugen Merinofasern wenn sie Feuchtigkeit aufnehmen Wärme. Bei der Feuchtigkeitsaufnahme entsteht in einem exothermischen Prozess sogenannte Absorptionswärme: Die polaren Molekülgruppen der Fasern kollidieren mit den Wassermolekülen, was Energie freisetzt. Dieser Prozess funktioniert solange, bis die Fasern mit Wassermolekülen gesättigt sind. Die Temperaturerhöhung des Materials kann dabei je nach Faserqualität bis zu zehn Grad betragen, abhängig von der Absorptionsfähigkeit der Fasern und der Absorptionsgeschwindigkeit.

Ein kurzer Regenschauer macht der Merinojacke nichts aus, da sie viel Feuchtigkeit ins Faserinnere aufnehmen kann und dabei sogar noch Wärme erzeugt!

 
Ein kurzer Regenschauer macht der Merinojacke nichts aus, da sie viel Feuchtigkeit ins Faserinnere aufnehmen kann und dabei sogar noch Wärme erzeugt!
Wolle wärmt also aktiv, solange sie Feuchtigkeit aufnimmt. Um das Wärmepotenzial maximal auszuschöpfen, macht es Sinn, darauf zu achten, dass das Kleidungsstück aus Merinowolle vor dem Tragen komplett trocken ist. Meist kann man jedoch nicht genau sagen, wie trocken das Material wirklich ist, da es sich von außen nicht unbedingt feucht anfühlt. Ein Tipp, wie man ein Merinoprodukt komplett trocknen kann, wurde mir bei einem Interview mit dem Merinohersteller Devold gegeben: Man lege das Shirt bei niedrigster Temperatur ein paar Stunden vor der Tour in den Ofen (auf keinen Fall zu heiß, denn das schadet wiederum der Faser). Wenn es oben am Berg plötzlich kühl wird und zu regnen anfängt, kann man außerdem einen Moment warten, bevor man die Regenjacke überzieht, damit das Material leicht feucht wird und anschließend gut wärmt. Bei Mehrtagestouren empfiehlt sich zudem, die vollständig getrocknete Merino-Wechselkleidung luftdicht in einer Plastiktüte verpackt zu transportieren, damit sie nicht vor dem Tragen schon Feuchtigkeit aufnimmt.

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